Bauspardarlehen - über Bausparen zur eigenen Immobilie

Irgendwann ist man meist an dem Punkt wo man keine Miete mehr zahlen möchte und lieber die eigenen 4 Wände finanzieren oder auch nur fürs Alter vorsorgen will, z.B sich die staatliche Förderung der Vorsorge (Wohnungsbauprämie) sichern will. Oft sind leider die Zinsen einer Baufinanzierung zu hoch. Hier kann ein Bauspar- Vertrag einer Bausparkasse helfen. Was aber macht Bausparen aus? Vier Elemente enthält ein Bausparvertrag: Es ist dies

  1. der Vertragsabschluss
  2. die Ansparphase,
  3. die Ruhephase,
  4. die Darlehensphase.

Nach Vergleich diverser Angebote von Bausparkassen und beim Abschluss eines Bausparvertrages schließt man mit einem Geldinstitut wie auch mit anderen befugten Vermittlungsstellen (Versicherungen, selbstständige Finanzdienstleister usw.) einen

  1. Vertrag ab, der eine festgelegte Bausparsumme zugrunde legt (Beispiel: 100.000 Euro). Genauer gesagt: Die Vertragsparteien vereinbaren, dass der Kunde
  2. über einen Zeitraum von maximal 8 Jahren monatliche Raten auf ein Sparkonto zahlt, um letztendlich einen Betrag der halben Bausparsumme anzusparen (Beispiel: 50.000 Euro). Ist sowohl eingetroffen, dass der Kunde den Ansparbetrag nun erreicht hat, als auch, dass er
  3. einen Zeitraum hat verstreichen lassen, so wird ihm dann
  4. seitens der Bank die andere Hälfte als Kredit bewilligt, welche er innerhalb einer vereinbarten Laufzeit (üblicherweise mehrere Jahrzehnte) in monatlichen Raten abzuzahlen verpflichtet ist. Ferner wird vereinbart, dass die Bausparsumme nur im Zusammenhang mit Immobilienkauf oder Renovierungsarbeiten (um ein vorhandenes Objekt überhaupt erst wohnlich gestalten zu können) eingesetzt werden möge. Auch Ausbesserungsarbeiten oder die Umgestaltung von Wohnfläche können genau auf diese Weise finanziert werden.
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Was jedoch hat ein Bausparvertrag (der im Grunde ein Kreditvertrag ist) anderen Kredittypen voraus? Die Antwort könnte einfacher nicht sein: Man zahlt weniger Zinsen, als es sonst auf dem Markt üblich wäre (und erhält ebenso Guthabenzinsen unter Marktwert für das Angesparte). Weiterhin ist dies ein Sparvertrag, bei welchem man zu monatlicher Regelmäßigkeit verpflichtet wird; darüber hinaus kann jeder bausparen bzw. dies mit einem Kredit kombinieren, auch wenn er sich dies von der eigenen Einkommenssituation nicht leisten könnte: Steht bei Vertragsabschluss bereits fest, dass man aus den eigenen Ressourcen heraus nicht eine erforderliche Bausparrate zahlen könnte, stockt hier der Staat entsprechend mit monatlichen Zuschüssen auf. Auch – und dies zählt als weiterer Vorteil – ist man nicht unbedingt daran gebunden, der (b) Ansparphase unmittelbar die anderen Phasen folgen zu lassen. Nämlich kann man die Ansparphase durch eine Sondervereinbarung um einige Jahre verlängern, sodass man noch überhaupt keinen wirklichen Kredit beantragt. Die Rückzahlung des Geldes, welches in der (d) Darlehensphase geliehen wird, erfolgt unter schärferen Zinsbedingungen als sonst auf dem Markt üblich. Hingegen bieten Rückzahlungsvereinbarungen hier eine Option, die bei gewöhnlichen Bankdarlehen in keiner Weise ohne Weiteres zur Verfügung steht: Gemeint sind vorzeitige oder höhere Rückzahlungen als vorgesehen (vorzeitige Ablösung bzw. Sondertilgungen).

Jedoch – und dies ist ebenfalls zu bedenken: Die Tatsache, dass es ein Bausparvertrag bedingt, sich mit 50 Prozent Eigenkapital zu beteiligen, ist im Vergleich viel. Andere Kredite zum Hausbau gibt es auf dem Markt mit einer Eigenkapitalfinanzierung von weniger Anteilen (etwa: 20 Prozent). Auch ist es nicht gesagt, dass ein Bausparer wirklich auf die Phase (c) die Phase (d) folgen lassen kann. Es erweist sich zuweilen als nicht absehbar, ob nach einer Ansparphase von sieben Jahren ein Hausbau möglich ist; persönliche Situationen können sich in Einzelfällen innerhalb einer solchen Zeitspanne ändern. So lassen Kunden in diesen Situationen ihr Guthaben "liegen" für einige Jahre zu einem Zinssatz, der nicht nur etwas, sondern bei Weitem unvorteilhafter ist, als die dann aktuelle Marktlage und verlieren somit die Vorteilslage, in die sie sich selbst mit einem Bausparvertrag hatten bringen wollen.

Die optimalste Rendite gewinnt man bei Bauspardarlehen ausnahmslos jedenfalls dann, wenn man bei Abschluss der (b) Ansparphase direkt in die (d) Darlehensphase übergehen kann, d. h., direkt nach dem Erreichen des Sparziels dann den anvisierten kreditfinanzierten Wohnungs- oder Hauskauf vollzieht (Zuteilung). Wird überhaupt eine (c) Ruhephase als Wartezeit in Anspruch genommen, bestimmt sich nach ihrer Länge der Verlust, den man aufgrund von verloren gegangenen Zinsen erleiden würde. Je länger (c) ist, desto weniger lohnt es sich, überhaupt gerade das Modell eines Bausparvertrages zur Bau- oder Renovierungsfinanzierung gewählt zu haben. In jedem Falle sollte man den angebotenen Tarif mit denen anderer Bausparkassen vergleichen.

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